Meinung : Fallender Stern

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Normalerweise hätte im Land der kräftigen Sprüche jetzt jemand gesagt, der Schwanz solle nicht mit dem Hund wedeln. Aber seit Edmund Stoiber seinen Ruf als durchsetzungsfähiger Politiker demontiert hat, ist alles anders geworden. Jetzt darf der vergleichsweise kleine CSU-Generalsekretär Markus Söder sagen, die Partei halte trotz miserabler Umfragewerte am großen Ministerpräsidenten Stoiber fest – und wird dafür nicht als vorwitzig in den Senkel gestellt. Alleine dies zeigt, wie sehr die Autorität des Parteivorsitzenden gelitten hat. Seit der Landtagswahl im September 2003 verlor die CSU nach Meinungsumfragen 15 Prozentpunkte. Edmund Stoiber hat auf dem Zenit seines Ansehens in Bayern die falsche Entscheidung getroffen – die, nicht nach Berlin zu gehen, sondern in München zu bleiben. Nun hat er zwei potenzielle Nachfolger – Erwin Huber und Günther Beckstein – und mit Fraktionschef Joachim Herrmann und dem angesehenen Landtagspräsidenten Alois Glück zwei weitere Parteifreunde, die eine Debatte über die Gründe des Ansehensverlustes der CSU fordern. Sie werden nicht schweigen, bis die Analyse auf dem Tisch liegt. apz

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