Meinung : FDP, ick hör’ dir trapsen

LIBERALE NÄHERN SICH SCHRÖDER

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Rette sich, wer kann! Als hätte es einen demoskopischen Dammbruch gegeben, spülen die jüngsten Umfragen zur Bundestagswahl ganze Strategien zu Tal. Vor allem die FDP stellt die plötzliche Welle rot-grüner Zustimmung vor ein massives Problem. Lange konnte es als sicher gelten, dass die selbst ernannte Beinahe-Groß-Partei in der nächsten Regierung sitzt. Es schien ausgemachte Sache zu sein, dass Guido Westerwelles Hauptproblem lautete: Werde ich Außen- oder doch lieber Innenminister und wenn ja, mit welchem Kanzler? Noch vor kurzem konnte es sich der FDP-Chef leisten, in seinen Wahlkampfreden die Grünen nicht mal mehr anzugreifen, so gründlich abgemeldet erschien die rot-grüne Option. Jetzt ist sie auferstanden, und nichts ist mehr wie es war. Formal werden die Liberalen wohl an ihrer Unabhängigkeitsstrategie festhalten. Auch deshalb, weil ihre traditionell eher konservativen Wähler in den südlichen Kernländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nur bei der Stange bleiben, wenn sie noch an eine gelb-schwarze Option glauben können. Unter der Hand aber schwenkt Westerwelle um und spielt die rot-gelbe Karte. „Grüne und PDS verhindern“ lautet die Formel, mit der der FDP-Chef Stimmen für seine Partei sichern will. Wer nicht genau hinhört, kann da immer noch hineindeuten, die FDP würde gerne mit der Union zusammengehen. Aber mit schärferen Ohren vernimmt man den neuen Ton: Wer an der Regierung nur die Grünen schlimm findet, nicht aber Schröder, der soll FDP wählen. Was für ein Spagat! Und das alles in der vagen Hoffnung, dass CDU-nahe FDP-Sympathisanten sich nicht ab- und SPD-nahe sich nicht direkt Schröder zuwenden. Die neue liberale Losung? Rette sich, wer kann. bib

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