FDP-Parteitag : Die schwere Bürde der Liberalen

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Vermutlich hat sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler für seinen FDP-Parteitag eine andere Morgengabe vorgestellt als das Einverständnis zu einem wenn auch nur vorübergehenden Staatseinstieg beim Flugzeugbauer EADS. Im Sinne der reinen Lehre – der Staat ist kein Unternehmer – war das falsch. Aber anders als durch massive Staatsgelder, vor allem aus Frankreich und Deutschland, wäre der Aufbau einer europäischen Flugzeugindustrie niemals möglich gewesen. Keiner mag sich heute vorstellen, in welche Abhängigkeiten vom US-Hersteller Boeing die Gesellschaften von der Air France bis zur Lufthansa ohne die Konkurrenz von Airbus gekommen wären. Auch dass die innovativen Schübe im zivilen Flugzeugbau in den letzten 20 Jahren vor allem von der EADS ausgingen, zeigt die Richtigkeit des Weges. Wenn Daimler nun nach der Rückbesinnung auf den Autobau als ausschließliches Geschäftsfeld sein Flugzeug-Engagement zurückschraubt, kann man das verstehen. Aber ohne den Einstieg der KfW hätte ein französisches Übergewicht unweigerlich zur Verlagerung von Arbeitsplätzen und Know-how über den Rhein geführt. Und dann wäre das Gejammer laut gewesen.

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