FDP : Synchron in der Wanne

CSU Generalsekretär Dobrindt schlägt der FDP vor, es mit Synchronschwimmen in der Badewanne zu probieren. Unser Kolumnist Helmut Schümann hat Zweifel, dass das gut geht.

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Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.
Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.Foto: Tagesspiegel

Synchronschwimmen ist eigentlich keine Sportart, sondern die Olympisierung einer uralten Idee aus den Filmstudios von Hollywood. Es ist natürlich sauschwer, im Gleichklang zu schwimmen, Köpfchen in das Wasser, Beinchen in die Höhe, abtauchen, lange abtauchen, sich im Kreise drehen, nicht von der Stelle kommen. Das alles im Grunde ohne Sinn und Verstand, aber mit viel Brimborium, Glamour, Glitzer und Musike. Dann, beim plötzlichen Wiederauftauchen, muss man auch noch so verkünstelt und gequält grinsen wie Philipp Rösler beim Dreikönigstreffen. Als gäbe es nichts Schöneres als Verrenkungen und Atemnot. Synchronschwimmerinnen haben es wahrlich nicht leicht. Erst recht nicht, wenn sie dabei in der Badewanne schwimmen.

Das Wort hat Alexander Dobrindt, Generalsekretär der CSU: „Ich glaube, dass selbst Desperados wie Dirk Niebel jetzt einsehen müssen, dass die Zeit der Solotänze in der FDP vorbei sein muss. Wenn die nicht bald zum Synchronschwimmen kommen, dann wird bei der FDP in der Badewanne das Wasser eng.“ Es gibt Sätze, die darf man nicht aus dem Zusammenhang reißen, die muss man mit all ihrer Kraft in Gänze zitieren. Es liegt im Selbstverständnis des Synchronschwimmens, dass man es nicht mit sich alleine ausüben kann, mindestens zwei sollten schon in die Wanne steigen, zur vollen Entfaltung aber kommt Synchronschwimmen nur im Team, am verbreitetsten sind achtköpfige Gruppen.

Es leuchtet ein, dass es da eng wird in der Wanne, zumal sich da noch ein Desperado tummelt, ein anarchischer Freischärler, ohne Sinn für die Gemeinschaft. Acht Köpfe in der Wanne, das sprengte selbst die Vorstellungskraft von Loriot, der brachte nur die Herren Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner sowie eine Ente zu Wasser. Dass es dabei asynchron zuging, ist bekannt. Es ist also fraglich, ob Dobrindts Vorschlag der FDP weiterhelfen kann. Und was genau passiert, wenn Wasser in der Badewanne eng wird. Ist es physikalisch nicht eher so, dass es sich im Falle von Überbevölkerung ausbreitet und überschwappt und die Herrschaften anschließend auf dem Trockenen sitzen? Oder ist genau das das Ziel des Generalsekretärs? Aber dazu hätte es doch gar keiner schiefen Bilder mehr bedurft. Fische an Land zappeln nun mal, das allerdings im Gleichklang.

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