Meinung : FDP: Teuflisch gut

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Früher galt die FDP als bieder. Heute dagegen ist sie eine Partei voll des hintersinnigen Humors. Selbst der im Vergleich mit Guido Westerwelle eher nüchterne Fraktionschef übt sich in satirischen Gedankenspielen. Wolfgang Gerhardt hat die Bedingungen der FDP für eine Koalition vorgestellt. In Hamburg? Nein. In Berlin? Nein, sondern für die nächste Bundestagswahl. 13 Monate vorher ruft er es heraus: Ohne Steuerreform, ohne Stärkung des Arbeitsmarktes und ohne ein Aussetzen der Wehrpflicht gibt es mit uns keine Regierungsbildung! Wumm. Was muss das für ein Schock gewesen sein für die anderen Parteien, die noch träge an Wahlkampfkonzepten basteln oder nicht mal einen Kanzlerkandiaten haben. Doch was SPD und Union vollends in Verwirrung stürzen wird, ist Gerhardts ironische Pointe. Er hat nämlich nur gesagt, was seine Bedingungen für eine Koalition sind, jedoch nicht verraten, mit wem er koalieren will. 13 Monate der Ungewissheit kommen nun auf die Volksparteien zu, 13 Monate des Hoffens und Zitterns: Sind wir es, oder sind es die anderen; wer wird am Ende von der FDP erwählt? Eines muss man der Partei lassen: Noch bevor der Wahlkampf für 2002 überhaupt begonnen hat, haben die Liberalen ihn spannend gemacht, ja elektrisch aufgeladen. Danke.

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