Meinung : FDP und rechte Rhetorik: Für eine Handvoll Stimmen mehr

bib

Der FDP würden wir es ja gönnen, wenn sie am Sonntag bei den Landtagswahlen in Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz einen Nasenstüber verpasst bekäme. Dann könnte Guido Westerwelle merken, dass es im Bestreben, seinen Verein zur "Partei für das ganze Volk" aufzuplustern, gewisse Grenzen gibt. Westerwelle hat dieser Tage ein paar, sagen wir mal vorsichtig, schillernde Beiträge zur Nationalstolz-Debatte beigesteuert. Junge Leute - wir zitieren den Generalsekretär und Liberalen-Parteichef in spe - wollten "kein schlechtes Gewissen eingeredet bekommen", sie wollten sich "nicht nur mit gebeugtem Haupt und in geducktem Gang" bewegen. Der jugendliche Herr Westerwelle scheint merkwürdige Bekanntschaften gemacht zu haben. War unter den erwähnten jungen Leuten zufällig einer, der mit Vornamen Jörg hieß? Im Ernst: Dieses Vokabular kennen wir, leider, nur zu gut. Es ist für eine ernsthafte Diskussion in diesem Land nie mehr verwendbar, nicht einmal als Provokation. Nun ist Guido Westerwelle kein Extremer, nicht einmal ein Rechter. Er tut halt nur so, weil es gerade zu passen scheint. Er würde gerne noch ein paar versprengte CDU-Anhänger einsammeln. Populismus nennt man das. Es gibt auch noch bösere Worte. Mit aufrechtem Gang hat es jedenfalls nichts zu tun.

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