FDP vor dem Parteitag : Von Schwarz bis Rot

Die FDP verliert an Zustimmung - weil die großen Parteien sich liberalisieren.

Liberaler zu sein, ist eine Qual. Niemand hat es so schwer, seine politische Auffassung jeden Tag nachzuweisen. Wenn ein Konservativer einmal liberal ist, so bleibt er doch konservativ. Spiegelbildlich gilt das für Sozialdemokraten. Beide Gruppen profitieren von punktueller Liberalität. Wenn ein Liberaler aber ein Mal konservativ redet, dann ist er gleich verdächtig, illiberal zu werden. Oder, anders, sozialistisch. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die einzige Partei des organisierten Liberalismus in Deutschland, die FDP. Und darum verliert sie gerade wieder an Zustimmung in der Bevölkerung: Die CDU liberalisiert sich auf Teufel komm raus nach allen Seiten, die SPD hat sich sozialliberalisiert. Wirtschaftsliberalismus ist ein Minderheitenprogramm, der Bürgerrechtsliberalismus à la Kinkel (wie damals bei der RAF-Initiative) abgewickelt. Kurz: Das Projekt Volkspartei stockt, so viele Besserverdienende gibt es wohl doch nicht. Und von denen, die es gibt, wählen viele vorsichtshalber Grün, um sich liberal zu geben. Es ist für die Blaugelben zum Schwarzärgern. Am Wochenende, wenn die FDP Parteitag hat, stiehlt ihr auch noch die Linkspartei die Schau. Da wird bestimmt einer Rot vor Wut. Aber wie weiß der wahre Liberale? Liberalismus ist eine politische Relativitätstheorie.cas

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