FDP : Zahlen, bitte!

Wo steht, dass Selbstüberhöhung, Maßlosigkeit und das Fehlen einer kritischen Selbstkontrolle von Systemen auf Konzerne und Finanzmärkte beschränkt sein müssen? Auch Parteien sind nicht immun dagegen.

Antje Sirleschtov

Jürgen Möllemann ist tot, das Projekt 18 in all seiner Lächerlichkeit längst entlarvt und auch eine Strafzahlung von 4,3 Millionen Euro wird, bei allem Respekt vor einer solchen Summe, die FDP finanziell weder ruinieren noch Guido Westerwelle zum Suppenküchen-Wahlkampf verdammen. Und doch könnten Politiker, und zwar aller Parteien, den Strafbescheid der Bundestagsverwaltung an die Liberalen für einen Moment des Innehaltens nutzen. Insbesondre in diesen Zeiten, in denen es quasi überparteilich Common Sense ist, Maß und Mitte zum Leitbild ökonomischen Handelns zu erklären. Weil uns deren Abwesenheit in eine Weltwirtschaftskrise gerissen hat, an deren Folgen die Gesellschaft noch lange bitter zu knabbern haben wird. Wo aber steht, dass Selbstüberhöhung, Maßlosigkeit und das Fehlen einer kritischen Selbstkontrolle von Systemen auf Konzerne und Finanzmärkte beschränkt sein müssen? Auch Parteien sind nicht immun dagegen. Die CDU hat erlebt, wie sich ihr Idol Helmut Kohl über das Gesetz erhob. Und auch die FDP zahlt gerade dafür, dass sie das System Möllemann so lange als Erfolgsmodell bejubelt hat, bis es sich gegen sie selbst stellte.

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