FDP : Zwei Könige sind weg

So viel Zukunft war selten bei der FDP vor ihrem traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart. Der eine Hoffnungsträger ist weg und der andere kann nicht sagen, warum die FDP noch gebraucht wird.

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Zwei Prozent. Deutlicher als dieser Umfragewert zum Jahreswechsel könnte das Urteil der Wähler über den Zustand der Regierungspartei FDP nicht sein. In den vergangenen zwölf Monaten hat die FDP nicht nur ihren Vorsitzenden Guido Westerwelle verloren. Am Ende kam ihr auch noch das größte Nachwuchstalent, Generalsekretär Christian Lindner, abhanden. Beim traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart Anfang 2011 standen beide noch auf der Bühne: der starke Wahlkämpfer und der junge Stratege. Galt der Parteichef (und damit das Führungspersonal) auch als angeschlagen, keimte mit Lindners Boygroup zumindest Hoffnung auf eine inhaltliche Modernisierung.

Nun ziehen die Liberalen wieder gen Stuttgart, doch von Hoffnung ist keine Spur mehr. Philipp Rösler kann die Frage, wozu die FDP im politischen Spektrum noch gebraucht wird, auch nach einem guten halben Jahr an der Parteispitze nicht überzeugend beantworten. Inhaltlich unklar und ungeschickt im Führungsstil ist er längst zur Enttäuschung für all jene geworden, die ihm vor einem Jahr zugejubelt haben. Und Rainer Brüderle? Der erfahrene Fraktionsvorsitzende wird im Sommer 67 Jahre alt und zum absehbaren Ende seiner politischen Karriere zumindest sagen können, dass er den Bestand der schwarz-gelben Koalition bis zum Herbst 2013 gesichert hat. Dreikönig 2012: Weniger Zukunft war selten für diese Partei.

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