Fechterin Britta Heidemann : "Täglich etwas Neues macht mich glücklich"

Britta Heidemann zählt zu den wenigen Stars im Fechtsport. Bei der Europameisterschaft in Leipzig will sie ihren Titel verteidigen.

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Britta Heidemann. Foto: dpa
Britta Heidemann.Foto: dpa

Es ist nicht einfach, die Degenfechterin Britta Heidemann in Deutschland anzutreffen. Gerade erst hielt sich die 27-Jährige mit einem Hilfsprojekt der Bundesliga bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika auf, davor fuhr sie mit der offiziellen Delegation der Bundesregierung zur Expo nach Schanghai. Überhaupt weilt sie regelmäßig in China, seit sie Mitte der neunziger Jahre mit ihren Eltern erstmals nach Peking gereist ist. Inzwischen kann, wer im Pekinger Yashow-Billigmarkt die Rolltreppe hinabfährt, schon mal zufällig der deutschen China-Expertin begegnen.

Es trifft sich daher gut, dass die Fecht-Europameisterschaft an diesem Wochenende in Leipzig stattfindet. So kann Britta Heidemann ausnahmsweise mal in der Heimat bleiben, um ihren EM-Titel zu verteidigen. Wie 2009 will sie erneut mit dem Degen die Goldmedaille erstreiten, und weil sie aktuell die Weltrangliste anführt, geht sie auch als Favoritin auf die Planche.

Nach ihrer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in ihrer zweiten Heimat Peking hatte Britta Heidemann eine längere Wettkampf- und Trainingspause eingelegt. Sie hatte sich unter anderem auf den Abschluss ihres Studiums der BWL und der chinesischen Regionalwissenschaften konzentriert. Seit 2009 ficht sie wieder, und es erstaunt, dass sie trotz ihrer zahlreichen Aktivitäten ihr sportliches Niveau halten kann. Oder gerade deswegen? „Täglich etwas Neues zu erleben, macht mich glücklich“, hat sie einmal gesagt, „ich bin im Fechten so gut, gerade weil ich so viel zu tun habe.“

Vor kurzem hat die blonde Kölnerin mit ihrem Bruder eine Unternehmensberatung gegründet. Britta Heidemann berät deutsche Unternehmen in China in Sachen Umwelttechnik und Nachhaltigkeit. „Die Windkraftindustrie in China“, hatte das Thema ihrer Diplomarbeit gelautet. Nun hält sie Vorträge und tritt auch im chinesischen Fernsehen auf. Höhepunkt war ihr Auftritt in der chinesischen Version von „Wetten, dass ...?“ Vor ihren größten sportlichen Erfolgen hatte sie ihre Bekanntheit auch dadurch gesteigert, dass sie sich im September 2004 für den deutschen Playboy auszog.

Längst zählt sie zu den wenigen Stars ihrer Randsportart. Während der Deutsche Fechter-Bund mit der EM in Leipzig etwas mehr Popularität zu erlangen versucht, hat Britta Heidemann kein Vermarktungsproblem. In dieser Woche hat eine Vermögensberatung den Sponsorenvertrag mit ihr verlängert.

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