Meinung : Finanz-Kriminalität: Im Zahlenmeer fischen

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Die Bundesregierung breitet das Netz der Rasterfahndung über unsere Konten aus. Vom Terror aufgeschreckt, hofft der Finanzminister mit der Erfassung von 300 Millionen Konten den Geldquellen der Gewalttäter auf die Spur zu kommen. Die massiven Änderungen im Steuer-und Abgabenrecht werden nach Einschätzung von Experten nichts bewirken. Sie verfehlen ihr Ziel. Eichels Pläne, die noch für Streit in der rot-grünen Koalition sorgen dürften, gleichen einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Riesige Datenmengen sollen künftig beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen - der "Konten-Evidenzzentrale" - gesammelt werden. Aber was dann? Nach welchen Mustern wird der Materialberg durchsucht? Was können die - personell unterbesetzten - Behörden überhaupt aus den Daten ablesen? Wer Terroristen finden will, muss wissen, wonach er sucht. Name, Adresse und Zeitpunkt der Kontoeröffnung taugen als Fahndungsraster kaum. Unentdeckt bleiben dabei die, die sich hinter Strohmännern verstecken. Datenschutz darf kein Täterschutz sein. Gewiss. Aber das Anti-Terror-Paket hinterlässt ein ungutes Gefühl: Die Finanzdetektive werden an der Zielgruppe vorbei in unserer Privatsphäre schnüffeln dürfen.

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