Meinung : Fischers Vergangenheit: Aufstand der Braven

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Die CDU hat ja so Recht. Joschka Fischer will beides: seine Vergangenheit bereuen und mit ihr renommieren. Die CDU hat ja so Recht: Die Gewalt der Spontis kann nicht durch die Staats-Gewalt gerechtfertigt werden. Denn die Polizisten überschritten zwar auch ihre Kompetenzen, aber in der Verteidigung des Rechtsstaates; während die Demonstranten diesen Rechtsstaat gewaltsam beseitigen wollten. Die CDU hat ja so Recht, aber warum wirkte sie dann im Bundestag so unsympathisch? Das Jagdfieber, das der Kanzler der Opposition vorwarf, kann es nicht gewesen sein. Denn die Jagd war schon abgeblasen, bevor die Debatte überhaupt begonnen hat. Fischer wird Außenminister bleiben, solange kein Molotow-Cocktail auftaucht. Nein, es war etwas anderes. Friedrich Merz & Co sprachen als Musterschüler der Demokratie, die den 68ern vorwarfen, dass es sie überhaupt gegeben hat, obwohl die BRD zu jeder Zeit die beste aller möglichen Welten war. Genau so steht es in Fähnleinführer Fieselschweifs Pfadfinderhandbuch. Das wirkliche Leben jedoch ist immer paradox: Die Revolte von 68 war nicht demokratisch und hat doch demokratisiert. Der gestrige Aufstand der Braven gegen die Echten konnte so nur scheitern.

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