Flucht nach Deutschland : Was unmenschlich wäre

Fluchtbewegungen nach Europa werden nicht in erster Linie durch Hoffnung auf Wohlstand ausgelöst – was nicht sträflich, sondern nachvollziehbar wäre –, sondern durch blanke Existenzangst. Die Asylbewerberzahlen für das Jahr 2011 sind somit ein Spiegel der Krisen dieser Welt. Wo Bürgerkriege, Unterdrückung und Hass Menschen in Lebensgefahr bringen, verlassen sie ihre Heimat. Afghanistan, Pakistan, Syrien und der Iran lagen als Herkunftsländer der in Deutschland gemeldeten Flüchtlinge an der Spitze. Dass dennoch lediglich 16,4 Prozent der Asylbewerber anerkannt und nur weitere 5,9 Prozent durch ein Abschiebungsverbot geschützt wurden, bedeutet, dass mehr als drei Viertel der 46 000 Zuwanderer des letzten Jahres die Bundesrepublik über kurz oder lang wieder verlassen müssen. Das Herkunftsland Serbien, aus dem überwiegend Roma kamen, mag ein Sonderfall sein. Deren Lebensumstände lassen sich dauerhaft nicht durch hunderttausendfache Auswanderung, sondern nur durch eine Verhaltensänderung in den Mehrheitsgesellschaften vor Ort verbessern. Aber wenn Asylsuchende nach Afghanistan, Syrien oder in den Iran abgeschoben werden sollten, wäre das ein alarmierendes Zeichen der Unmenschlichkeit.apz

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