Flüchtlinge aufs Tempelhofer Feld : Gute Idee

Der Frust über das verlorene Bauland auf dem Tempelhofer Feld sitzt tief. Für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) war der Volksentscheid gegen die Baupläne des Senats 2014 eine bittere Niederlage. Irgendwann, fachsimpelte Müller in Kamingesprächen, werde das Bauen auf dem Feld wieder Thema werden. Er dachte an ein oder zwei Legislaturperioden, jetzt hat es nur anderthalb Jahre gedauert. Der Wind hat gedreht, die Flüchtlingskrise ist ein Sturm, der die Luxusdiskussion darüber, wie groß das Freizeitvergnügen mitten in der Stadt sein darf, weggeblasen hat. Ist das schlimm? Warum sollte es den Kitesurfern auf dem Feld besser ergehen als den Vereinssportlern, die ihre Trainingshallen abtreten müssen? Das Feld kann ebenso für die Unterbringung von Flüchtlingen beschlagnahmt werden wie leer stehende Bürogebäude. Nur fehlt dafür im Gegensatz zum Bürogebäude angeblich der rechtliche Rahmen. Um Traglufthallen errichten zu können, will der Senat gleich das per Volksentscheid verabschiedete Tempelhof-Gesetz ändern. Die Feldaktivisten vermuten einen Hinterhalt, um alte Baupläne reaktivieren zu können. Ihr Misstrauen ist berechtigt. loy

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