Flüchtlinge : Verheddert

Eine Lösung ist gefunden, endlich. Die Flüchtlinge vom Oranienplatz müssen nicht frierend und teilweise hungernd in ihren Zelten überwintern. Am Ende war es doch noch möglich, ein Haus bereitzustellen für die Gestrandeten. Das Ergebnis einer Debatte, die Berlin ein Jahr lang beschäftigt hat, ist wenig überraschend: Wer ein Obdach und eine warme Mahlzeit braucht, bekommt sie. Alles andere findet sich später. Und warum hat es so lange gedauert, sich darauf zu einigen?

Zum Beispiel, weil es die Protestierenden selbst waren, die lange Zeit nicht weichen wollten. Mitten in Kreuzberg sollte ihr Protest sichtbar sein, Hunger hin, Kälte her. Zur Antwort gehört aber auch, dass sich die Akteure der Berliner Politik in einem Kampf der Nichtzuständigkeiten verhedderten. Da verwiesen die Verantwortlichen im Bezirk nur zu gern auf den Senat, der sich wiederum – in Gestalt von Innensenator Henkel – partout nicht an einen Runden Tisch setzen wollte, um die Sache einfach mal in Ruhe zu besprechen. Zuletzt fiel auch niemandem mehr richtig auf, wie dramatisch die Zustände im Camp mittlerweile waren. Da brauchte es schon die Ereignisse von Lampedusa, damit die Politik sich doch noch aufraffte. Deshalb sollte sich keiner der Beteiligten nach diesem langen Jahr zu sehr feiern lassen. kch

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