Meinung : Flughafen-Debatte: Aus Erfahrung billig

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Vor zu hohen Erwartungen hat bereits der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen gewarnt. Und dabei hat er gewusst, von was er sprach, denn er ist noch immer formal Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft, die privatisiert werden soll. Wenn das gemeinsame Konsortium der ehemaligen Konkurrenten Hochtief und IVG sein Konzept vorlegt, wird also niemand überrascht sein dürfen, wenn der Kaufpreis unter dem ersten Angebot liegen wird. Ursprünglich wollte Hochtief 635 Millionen Mark für die Flughafengesellschaft zahlen, während IVG bei 380 Millionen Mark ausgestiegen war. Jetzt wird das Angebot wohl deutlich unter 500 Millionen Mark liegen. Doch das muss nicht zwangsläufig ein schlechtes Geschäft für den Senat werden. Hochtief hatte sich den - hohen - Kaufpreis auch mit einer Risiko-Minimierung vergelten lassen. Ob das Angebot insgesamt gut ist, kann man nur im Gesamtzusammenhang beurteilen - der Preis ist nur ein Kriterium. Ein niedriger Preis ist besser, als ein hohes Risiko einzugehen, das am Ende doch wieder teuer werden kann. Schlechte Erfahrungen hat Berlin hier genug gemacht.

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