Meinung : Flugrouten sind Fluchrouten

„Flugrouten: Auch der Protest wird lauter“ vom 5. Oktober

Es wäre ein alarmierendes Signal, nicht nur für die Berliner im Südosten, sondern für den Zustand unserer demokratischen Kultur, wenn sich der nun in Gang gesetzte politische Prozess darauf beschränkte, die Flugrouten aus den noblen Westbezirken ins Umland zu verlagern. Wenn der Umstand, dass die Wahlberechtigten an Dahme und Müggelspree die Mehrheitsverhältnisse im Senat nicht zu kippen vermögen, hinreicht, sie und ihre Kinder ungerührt Lärm, Schlaflosigkeit und einem dramatischen Vermögensverfall auszusetzen, sollte dies auch den vermeintlichen Gewinnern in dieser Angelegenheit zu denken geben. Nicht indem immer wieder andere Minderheiten in der Bevölkerung zur Plünderung freigegeben werden, entstehen Wohlstand und Fortschritt, sondern durch ein solidarisches und verantwortungsvolles Ringen aller um die jeweils beste Lösung für alle.

Karsten Hesse, Berlin-Rahnsdorf

Die Aufregung über die Flugrouten für den BBI ist empörend. Wer einen Flughafen mit parallelen Startbahnen plant, weiß was er tut: Es geht um einen wirklich leistungsfähigen Flughafen. Die damit verbundene Flugroutenproblematik war im Prinzip von Anfang an bekannt. Auf jeden Fall den zuständigen Planern – und Politikern. Jetzt unwissend zu tun und (fadenscheinigen) Bürgerprotesten nachzugeben, ist populistisch. Parallele Starts mal eben so infrage zu stellen, heißt letztlich, die Investitionen in den notwendigen Single-Airport als Drehkreuz zu entwerten: und das ist nur noch extrem verantwortungslos. Dieser Umgang mit den Flugrouten BBI ist mal wieder eine Berliner Provinz-Posse – mit internationalem Imageschaden.

Prof. Dr.Klaus Brake,

Berlin-Wilmersdorf

Wem nützt die Aufregung um die Flugrouten für den Flughafen BBI und die damit verbundene Aufregung und eventuelle Verzögerung der Inbetriebnahme durch neuerliche rechtliche und politische Auseinandersetzungen am meisten? Nicht den Bürgern, die mehr oder weniger davon betroffen sein könnten, sondern eigentlich nur den Wettbewerbern, z. B. aus Frankfurt. Und es würde mich nicht wundern, wenn hier die Flugsicherung benutzt wird, um eine zeitnahe Inbetriebnahme von BBI zu verhindern, denn jeder Tag Verzögerung für BBI bedeutet viel Geld für die Wettbewerber.

Günter Baerwolff, Berlin-Biesdorf

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