Meinung : Flugzeugabsturz: Im Bann des Terrors

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So sehr alle Welt darüber erleichtert ist, dass die USA sich eine überschnelle Reaktion auf den Terror versagt haben, so sehr wird die Wartezeit bis zum Einsatz in Afghanistan zu einer Nervenprobe - für Politiker, für Journalisten, für Soldaten, für die Bürger. Als gestern die Nachricht bekannt wurde, dass eine russische Passagier-Maschine mit israelischen Bürgern über dem Schwarzen Meer abgestürzt sei, ging gleich das ganze Programm durch alle Köpfe: Wenn es eine palästinensische Splittergruppe war, würde das die Verhandlungsaussichten in Nahost auf null bringen. Wenn es Taliban waren, so würde das den Gegenschlag beschleunigen, wenn, wäre, wer ... So ist es in diesen Tagen: Der Amokläufer von Zug, selbst die stehenden Flugzeuge der Swissair oder die Bewegungen an den Börsen - alles wird auf dem Hintergrund des neuen Terrors gedeutet und symbolisch verstärkt. Die Stimmung ist gespannt, ja elektrisch. Und durch jedes Unglück - auch wenn es mit dem islamischen Fundamentalismus gar nichts zu tun hat - wird die Grundspannung erhöht. Selten hat es Zeiten gegeben, in denen gute Nerven wichtiger waren. Einige ukrainische Soldaten scheinen sie nicht gehabt zu haben. Dass sie die das Flugzeug beschossen haben sollen, kann unter den gegenwärtigen Umständen schon als vergleichsweise gute Nachricht gelten. Spannende Zeiten. Leider.

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