Meinung : Fragt die Bürger

NEUWAHL IN HAMBURG

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Hamburg hat die NeuWahl. Nach der peinlichen Selbstzerstörung des Beust- Schill-Senats dürfen die Wähler früher als geplant urteilen. Dass der unheilvolle Einfluss der Rechtspopulisten auf die Hamburger Politik künftig deutlich kleiner ausfallen wird, ist so gut wie sicher. Doch Hamburgs Perspektiven stecken immer noch im Nebel. Wohin die früher als reich, sozial und liberal angesehene Stadt aufbrechen wird, ist unklar; Umfragen lassen Kandidaten Achterbahn fahren. Da muss es nicht verwundern, dass SPD-Spitzenmann Thomas Mirow jetzt auch eine große Koalition für denkbar hält. Rot-Grün hat an Ausstrahlungskraft verloren, weniger wegen der Hamburger Erfahrungen als wegen der Berliner Selbstdarstellung. Die Alleinregierung einer Partei ist unwahrscheinlich. Alle halten sich alles offen: Nach der fundamentalen Erschütterung durchBeust/Schill erscheint mittlerweile jede Regierung attraktiver und heilsamer als ein Senat mit rechtspopulistischem Hautgout. Mirows Angebot bezeugt aber auch die Schwäche der Großstadtpartei, die früher das Bündnis mit der Union stets als Zumutung empfand. Die SPD spielt damit den Ball nun direkt ins Senatsgehege: Bürgermeister von Beust hat bisher nur eine Zusammenarbeit mit Schill persönlich ausgeschlossen. Dass dessen Gefolgschaft eine zweite Chance bekommen könnte, wenn das Wahlergebnis es erlaubt, hat der Spitzenmann der CDU bisher nicht definitiv ausgeschlossen. Da wird noch nachzufragen sein. gb

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