Meinung : Frank Schmökel: Überkompensiert

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Die Berichte darüber, wie der Triebtäter Frank Schmökel in die Landesklinik Brandenburg überführt wurde, erinnern an Bilder aus einem Film: Das Schweigen der Lämmer. So wie Schmökel wurde auch Hannibal Lector bewacht. Vierzig Beamte eines Sondereinsatzkommandos begleiteten gestern den Gefesselten. Seine Isolationszelle wird rund um die Uhr durch eine vergitterte Panzerglasscheibe, die laut Zertifikat dreißig Axtschlägen standhält, und über eine Videokamera von sechs Pflegern beobachtet. Die Polizeihauptwache in der Stadt wird vor jedem Hofgang des auch dann gefesselten und von Bewachern begleiteten Schmökel in Bereitschaft versetzt. Eigentlich fehlte Schmökel zum perfekten Vergleich mit Lector nur noch die Gesichtsmaske, die in Buch und Film Hannibal, the canibal davon abhalten sollte, sich über die Innereien seiner Mitmenschen herzumachen. Was Schmökel betrifft, der bereits sechs Mal flüchten konnte, hält es der Leitende Chefarzt der Landesklinik, Eckhard Marg, nach derzeitigem Informationsstand für ausgeschlossen, dass wieder "Lockerungen" gewährt werden könnten. Das ist, derzeit, beruhigend. Aber gelang nicht auch Hannibal Lector trotz alledem eine weitere, blutige Flucht?

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