Meinung : Frankfurt am Main: Ein unmoralisches Angebot

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Frankfurt war für die Alternativen schon immer etwas Besonderes. Es war in den 70ern die Hochburg der Spontis, die in den 80ern zu grünen Realos wurden. In den 90ern war Frankfurt die Avantgarde der kulturellen Verwandlung der Ex-Alternativen in Bobos. Gucci statt Birkenstock. Kann es sein, dass die Frankfurter Grünen mit dem Bündnis mit CDU und FDP mal wieder die Richtung weisen? Nach der kulturellen die politische Verbürgerlichung? Kaum. Dazu gibt es zu viel "Ja, aber". Eigentlich wird Schwarz-Grün-Gelb so etwas wie eine Koalition, aber irgendwie auch nicht. Dieses Bündnis wird überregional natürlich als Signal verstanden, dass sich Union und Grüne näher kommen, gerade nach Schwarz-Grün in Saarbrücken. Und das könnte doch die ewige Bindung der Grünen an die SPD überwinden. Aber - das wollen die Beteiligten gerade nicht. Es gehe nur um Kommunales. Denn in Hessen, im Land von Roland Koch und des CDU-Parteispendenskandals, wird Schwarz-Grün in Frankfurt ganz anders gelesen: als ein unmoralisches Angebot. Eine unübersichtliche Kampflage. Die Frankfurter Grünen haben vorgestern "Ja, aber" zum Bündnis gesagt, Betonung auf dem Ja. An der Entfernung zur CDU werde sich nichts, gar nichts ändern, beteuert die Pro-Schwarz-Grün-Fraktion. Ein Bündnis mit Distanz - wird jemand den Grünen diese Dialektik glauben? Nein. Ohne aber.

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