Meinung : Frankreich gegen Afrika

-

In der Europäischen Union bewegt sich schon seit Monaten so gut wie gar nichts mehr. Das interessiert den Rest der Welt normalerweise reichlich wenig. Jetzt aber, wo EU-Handelskommissar Peter Mandelson die neue Runde der Liberalisierung des Welthandels bremsen muss, weil die EU-Mitgliedstaaten ihm nicht erlauben, die Importzölle auf Agrarprodukte weiter zu senken, wird eines der Hauptprobleme der EU international sichtbarer. Mandelson warnt jetzt sogar, dass die Konferenz in Hongkong Anfang Dezember scheitern könnte. Denn vor allem die Franzosen bestehen auf dem teuren Schutz ihrer Bauern, der ohnehin in der Krise steckende Präsident Jacques Chirac beugt sich der mächtigen Bauernlobby seines Landes. Dabei ist es im Sinne einer gerechteren Welt, wenn die Entwicklungsländer ihre Landwirtschaftsprodukte in die EU exportieren dürfen. Außerdem steht die Agrarpolitik im Zentrum der Probleme, die die EU mit sich selbst hat, denn sie frisst die Hälfte des Budgets auf. Gründe genug also für eine neue Reform – und neue Bewegung. fw

Seite 22

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben