Frankreichs Ministervermögen : Glänzend

Es weht ein neuer Wind in Frankreich. Minister müssen in aller Öffentlichkeit erklären, wie viele Wohnungen sie besitzen und welches Vermögen in ihren Aktien steckt. Ab jetzt müssen Frankreichs Politiker dem Gebot der Transparenz folgen. Staatschef François Hollande hat es so angeordnet, um den Schaden aus der Schwarzgeldaffäre um Ex-Haushaltsminister Jérôme Cahuzac irgendwie einzudämmen. Wenn man sich vor Augen führt, dass Frankreichs Öffentlichkeit vermutlich nie etwas von Cahuzacs Machenschaften erfahren hätte, wenn das Enthüllungsportal Mediapart nicht unermüdlich nachgebohrt hätte, dann könnte die Offenlegung der Vermögen einen echten Kulturwandel einläuten: Hollandes Transparenz-Offensive könnte dazu beitragen, dass sich Skandale um korrupte Politiker in Frankreich nicht mehr so leicht unter den Teppich kehren lassen wie bisher. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt bei Hollandes Initiative. Schließlich sagen die Vermögensverhältnisse eines Politikers nicht zwangsläufig etwas über mögliche Interessenverflechtungen aus. So bedient Hollandes Vorstoß zunächst einmal voyeuristische Instinkte. Ob er zu mehr taugt, muss sich zeigen. ame

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