Meinung : Französisches Roulette mit dem Euro

NAME

Es passt zur politischen Großwetterlage Frankreichs, wenn Präsident Jacques Chirac Zweifel am Stabilitätspakt anmeldet. Langfristig kann der Stabilitätspakt, der den Wert des Euro sichern soll, einer ausgeglichenen Haushaltspolitik in den Euro-Ländern nur gut tun. Aber kurzfristig lässt sich leider doch aus einer Abkehr von den Brüsseler Haushaltsvorgaben Kapital schlagen. Chirac wünscht sich bei den bevorstehenden Parlamentswahlen natürlich einen Wahlsieg des bürgerlichen Lagers, und dabei soll das Versprechen von Steuerentlastungen für Unternehmen und Besserverdienende helfen. Der Euro-Stabilitätspakt ist da nur hinderlich. Und warum soll sich Chirac nicht ein bisschen über Brüssel aufregen, wenn das sein ärgster Gegner bei den Parlamentswahlen, die rechtsextreme Front National, auch schon fleißig tut? Doch Chiracs Euro-Skepsis ist gefährlich. Das beim letzten EU-Gipfel in Barcelona formulierte Ziel, wonach die Euro-Länder bis 2004 ihre Haushalte ausgleichen sollen, dient vor allem der langfristigen Gesundung der Budgets. Und wenn die Bürger in Euroland das Gefühl bekommen, ihre Politiker meinen es mit den haushaltspolitischen Vorgaben ohnehin nicht so ernst, droht dem neuen Geld eine gravierende Vertrauenskrise.ame

0 Kommentare

Neuester Kommentar