Frauen in der Bundeswehr : Erzieherisches Potenzial

Die Armee und die Frauen – das ist ein Kapitel, in dem viel Gestriges steckt. Die Bundeswehr steht seit mehr als einem Jahrzehnt Frauen offen, theoretisch ohne Einschränkung. Praktisch ist ein Jahrzehnt keine lange Zeit. Die Männergesellschaft in Tarnfleck tut sich immer noch schwer damit, von der Landsknecht-Subkultur Abschied zu nehmen, die in Kasernen existiert. Vor allem aber, darauf deuten die Befunde der bundeswehreigenen Sozialforscher ebenso hin wie die Erkenntnisse des Wehrbeauftragten, haben viele Vorgesetzte immer noch ein verkürztes Verständnis von Kameradschaft. Untergebene kommen darin eher nicht vor – die Ansprache „Kamerrraden!“ darf von den Betroffenen gerne als Drohung verstanden werden –, untergebene Frauen kommen darin noch viel weniger vor. Insofern steckt alleine in dem Umstand, dass die Herren neuerdings vor einer Frau Ministerin strammstehen müssen, ein erzieherisches Potenzial. Aber Ursula von der Leyen wird mehr tun müssen, als da zu sein und zu appellieren. Die Bundeswehr, heißt es oft, sei ein Spiegel der Gesellschaft. Was den Umgang mit Frauen (und Familien) angeht, ist der Spiegel ziemlich blind. bib

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