Freie Schulen in Berlin : Ideologische Irritationen

Bildungssenatorin Sandra Scheeres muss die Kürzungspläne für die freien Schulen zurücknehmen. Die betreffenden Eltern wissen jetzt, dass die Bildungsverwaltung in dieser Hinsicht eine unsichere Bank ist, auf die man sich nicht verlassen kann.

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Für viele geplanten Schulneugründungen hätten die Senatspläne eine große Hürde darstellen.
Für viele geplanten Schulneugründungen hätten die Senatspläne eine große Hürde darstellen.Foto: dpa

Der kaltschnäuzige Angriff der Berliner Sozialdemokraten auf die freien Schulen ist ins Leere gelaufen. Nachdem der christdemokratische Koalitionspartner seine Unterstützung für die Kürzungspläne bei Neugründungen versagte, hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres offenbar keine andere Wahl, als einen Rückzieher zu machen. Ein Umdenken sieht allerdings anders aus: Anstatt sich jetzt klar von dem Kürzungsplan zu distanzieren, wird nur von „Irritationen“ gesprochen. Als sei eine fix und fertige Senatsvorlage nur ein Missverständnis, das es auszuräumen galt. Dabei hatte die Bildungssenatorin ihr Vorhaben noch am Donnerstag im Parlament verteidigt und darauf hingewiesen, dass es inzwischen genug freie Schulen gebe. Die betreffenden Eltern wissen jetzt, dass die Bildungsverwaltung in Sachen „Freie Schulen“ eine unsichere Bank ist, auf die man sich nicht verlassen sollte. Denn das ist die Botschaft: Wir machen mit euch, was wir wollen, solange uns nicht die CDU stoppt. Wir wollen euch nicht und ertragen euch nur, weil das Grundgesetz uns dazu zwingt. Diese Erkenntnis ist umso bitterer, als die freien Schulen seit Jahren um eine verlässliche Finanzierung ringen und immer wieder hingehalten wurden.

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