Meinung : Freiwillig willig

hmt

Die Quadratur des Kreises ist eine Anfängerübung verglichen mit der Aufgabe, vor der die Spitzenleute der Grünen stehen. Die SPD und der Kanzler erhöhen permanent den Druck auf den Partner durch die Drohung: Wenn euer Parteitag den Afghanistan-Einsatz nicht absegnet, schmeißen wir euch raus. Die Parteibasis ist bisher noch unentschlossen, ob sie sich mehr über die Erpressung durch den Kanzler oder über die Entsendung der Bundeswehr empören soll. Beide Zumutungen reichen für die Grünen, um zum Ausstieg aus der Koalition zu blasen. Dagegen steht die recht blasse Ahnung, dass Regierungsbeteiligung ziemlich nützlich sein kann. Und die Hoffnung, dass deutsche politische Bemühungen um die Zukunft Afghanistans die eigenen Leute beeindrucken und sie sich auch freuen, dass Joschka Fischer sich Waffenverkäufen in den Weg stellt. Aber der Grünen-Spitze geht es wie 68er-Pädagogen, die ihren verwöhnten Kindern gegenüber verteidigen müssen, dass der böse Rektor sie mit dem Rohrstock schlägt. Aus dieser Lage gibt es nur einen unbequemen Ausweg: Die Grünen müssen die Demütigung durch Schröder schnell überwinden, um den Zwang in der Sache zu akzeptieren. Der lässt sich auf die einfache Formel bringen: Wer das mächtigste Land Europas regieren und in der Welt Gutes tun will, muss auch zum Einsatz militärischer Mittel bereit sein. Freiwillig.

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