Meinung : Frieden per Diktat

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Nun hat Schimon Peres mit Jassir Arafat in Mallorca also nur gesprochen, nicht verhandelt. Das hatte ihm Regierungschef Ariel Scharon untersagt. Der wiederum sagte inzwischen seinen Besuch in den USA ab: aus Angst vor einer offenen Konfrontation. Dabei hat er weiteren Teilrückzügen aus den autonom-palästinensischen Westbankstädten zugestimmt - also getan, was die Amerikaner von ihm fordern. Dennoch folgte ein neuer Anschlag, wieder einmal in Jerusalem. Das alles klingt widersprüchlich und verwirrend - und zeigt doch nur den alltäglichen Wahnsinn. Gleichwohl zeichnet sich ein Weg aus der Sackgasse ab: Die beiden Konfliktseiten müssen zu ihrem Glück gezwungen werden - durch massiven amerikanischen Druck und unbedingte europäische Unterstützung. Ein Ende der palästinensischen Gewalt muss ebenso erzwungen werden wie der israelische Abzug. Beide Seiten sollen sich auf ihre politischen und militärischen Positionen vor Ausbruch der Intifada zurückziehen. Dann sind echte Verhandlungen möglich. Sie dürfen aber nicht zu lange dauern. Von vornherein muss nach Ablauf einer Frist ein "Diktat der Vernunft" von außen drohen. So gesehen sind aktuelle Streitfragen wie die einer Pufferzone zwischen Israelis und Palästinensern, zweitrangig. Es geht darum, dass beide Völker überleben.

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