Meinung : Für den Glauben – nicht für die Lehre

MEISNER KRITISIERT KATHOLIKEN

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Predigen soll die Menschen zum Guten verführen. Kardinal Joachim Meisner verführt gern mit harten Worten. So auch auf der Deutschen Bischofskonferenz, wo er den Niedergang der katholischen Lehre predigte: Ein selbst gezimmerter ideologischer Glaube habe in katholischen Institutionen Einzug gehalten. Natürlich müssen die Mitarbeiter der katholischen Kirche die Lehre kennen und leben. Meisner hat also Recht. Er, der offenbar dem berüchtigten Bischof Dyba in der Rolle des Chefdogmatikers nachfolgen möchte, hat so furchtbar Recht, dass selbst gute Katholiken es nicht mehr hören mögen. Denn das Problem der katholischen Kirche ist ein anderes: Die Menschen wenden sich nicht von ihr ab, weil ihnen der Glaube fehlt, sondern weil die Kirche sich von ihrer Lebenswirklichkeit entfernt hat. Weil der dogmatisch korrekte Glaube des Kardinals mit vielem, was die Menschen berührt, nur wenig zu tun hat. Weil ihnen die Institution Kirche deshalb fremd wird. Das kann auch an solch selbstgewissen Predigten im Stil von Kardinal Meisner liegen. Die Gläubigen machen es sich vielleicht manchmal zu einfach mit der Kirche – und Meisner mit den Gläubigen. dro

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