Meinung : Fürs Leben lernen

SCHULESCHWÄNZEN ALS GESELLSCHAFTSPROBLEM

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Vor einigen Jahrzehnten galt Schuleschwänzen als Pennälersport. Das machte man mal, wenn das Badewetter lockte oder wenn eine Klassenarbeit drohte. Inzwischen hat das Schuleschwänzen vor allem in den Ballungsräumen alarmierende Ausmaße erreicht und leitet immer öfter den Einstieg in kriminelle Karrieren ein. Lange Zeit haben die Schulen selbst darauf nur sehr zögerlich reagiert. Auch viele Eltern interessieren sich für das Thema deprimierend wenig. Polizei oder Lehrer zu mobilisieren, um die Kinder wieder in die Schule zurückzubringen, wird aber umso dringlicher, je mehr Elternhäuser der Verwahrlosung der eigenen Kinder nicht entgegentreten. Die Zusammenhänge zwischen erlittener oder hingenommener Arbeitslosigkeit der Eltern und Schuleschwänzen der Kinder sind leider unübersehbar. Die Absicht, dagegen etwas zu tun, wird nicht dadurch falsch, dass sie von einer populistisch grundierten Landesregierung wie der in Hamburg geäußert wird. Mit Toleranz, das hat die Vergangenheit gezeigt, ist dem Problem kaum beizukommen. apz

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