Meinung : Fusion im Verborgenen

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Ein Glück, dass vor zehn Jahren der erste Anlauf zur Länderfusion schief ging. Seit 1999 wären wir vereint – und gemeinsam verelendet. Damals war die Schuldendramatik noch kein Thema, und beide Länder drückten sich um einen schonungslosen Kassensturz. Eine erfolgreiche Abstimmung hätte die beiden Hungerleider auf direktem Weg vor den Konkursrichter geführt. Wir sind groß, uns kann keiner – das wäre die Devise zweier Halbstarker mit eingebildeten Muskeln gewesen. Stattdessen: Scheitern als Chance. Berlin spart eisern und hat sich deshalb mit seiner Klage in Karlsruhe die Chance auf Bundeshilfen erarbeitet, und auch in Potsdam wird auf den Euro geschaut. Außerdem haben sich in den vergangenen Jahren zuweilen fast heimlich, manchmal nicht ganz so still viele kleine Fusionen vollzogen – vom gemeinsamen Radiosender über die Arbeitgeberverbände bis hin zu einheitlichen Gerichten. Das gemeinsame Land ist längst auf dem Weg, und es hat fast überhaupt nicht weh getan. Das ist die beste Werbung. Für einen zweiten Anlauf müssen das nur noch die Brandenburger merken – eine Aufgabe für Matthias Platzeck. Zaudern gilt jetzt nicht mehr. gn

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