Fusion von Berlin und Brandenburg : Kurzsichtig

Brandenburgs neuer Ministerpräsident Dietmar Woidke ist gegen Überlegungen zur Fusion von Berlin und Brandenburg. Das verwundert nicht. 1996 war der erste Anlauf dazu kläglich an den Brandenburgern gescheitert, die Berliner hätten mitgemacht. Vorurteile aus DDR-Zeiten gegen den Moloch Berlin, der alle Kapazitäten an sich riss, spielten dabei genauso eine Rolle wie dumme oder niederträchtige Bemerkungen aus der West-Berliner Politik. Ohne eine gesamtstaatliche Lösung der gewaltigen Berliner Schulden ist das Thema tot. Und der brandenburgische Speckgürtel um die Hauptstadt entwickelt sich ja dank der Sogkraft Berlins prächtig. Das ländliche Brandenburg freilich blutet aus, die Menschen wandern in die Ballungsräume ab. Ob ein gemeinsames Land nicht die Ausgaben für Verwaltung senken und bessere Perspektiven entwickeln könnte, mag Woidke so wenig wie Vorgänger Platzeck bedenken. Dass für die eigenen Bürger der Status quo unbefriedigend ist, etwa, was die Nutzung der weit besseren Berliner Infrastrukturen von der Bildung bis zum Gesundheitswesen betrifft, schiebt Brandenburgs Politik beiseite. Kurzsichtig nennt man das. apz

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