Meinung : Fußball-Affäre: Das hätte er früher haben können

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Erst wollte er die Finanzaffäre um seinen Fußballverein aussitzen, gewissermaßen nach alter Art, den Strafbefehl annehmen und dann schnell alles verdrängen. Ist doch keine richtige Vorstrafe ... Das funktionierte bei Reinhard Klimmt aber nicht, weil ja die Kohlschen Gepflogenheiten auch nicht mehr funktionieren. Dann wollte er - auf hintersinniges Geheiß des SPD-Fraktionschefs, der vorher noch den gegenteiligen Rat gegeben hatte - vor Gericht um seine Ehre kämpfen. Und um sein Amt als Verkehrsminister, nicht zu vergessen. Das konnte nun allerdings auch nicht mehr funktionieren, weil Klimmt zunächst einmal den Strafbefehl akzeptiert und dann die Fraktion nicht hinter sich gebracht hatte. Die kämpft schließlich gerade an anderer Front gegen Kohl, dem auch ein Strafbefehl droht. Und jetzt, nach dem Verzicht auf alle Ämter, zuletzt auf das des SPD-Chefs an der Saar, nimmt Klimmt den Strafbefehl doch wieder an: Für sich, seine Familie und die SPD sei das die beste Lösung, sagt er. Das hätte Klimmt früher haben können, ehrenvoller, und hätte sich damit die Option auf eine politische Zukunft erhalten: indem er wenigstens politischen Instinkt zeigt. So aber hat er seine Strafe, seine gerechte.

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