G 20, EU-Gipfel und Euro-Rettung : Europas Schicksalswoche

Der Druck von außen erhöht innen die Geschlossenheit. Also darf das Treffen der G-20-Finanzminister am Wochenende als Erfolg gewertet werden.

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Denn die europäischen Minister bekamen von ihren Kollegen aus Nordamerika und Asien einen gut verständlichen Marschbefehl ins Rückreisegepäck: Bringt endlich diese Sache mit Griechenland in Ordnung! Zumal dieses orientierungslose Gehampel und Gestrampel die halbe Welt in eine Rezession zu stürzen droht. Eine Woche haben jetzt die Krisenmanager Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, um den EU-Gipfel am kommenden Sonntag so vorzubereiten, dass am Montag danach nicht schon wieder die Finanzmärkte durchdrehen und das Bungee Jumping der Aktien- und Devisenkurse den Euro-Politikern Hilflosigkeit bescheinigt. Wenn nicht Unfähigkeit. Und Anfang November dann dürfen Merkel und Sarkozy auf dem G-20-Gipfel der Weltgemeinschaft erklären, wie erfolgreich sie waren.

Griechenland retten und die Banken stabilisieren, die Staatshaushalte konsolidieren und dabei bloß nicht die Konjunktur abwürgen – das ist das Programm dieser Tage. Für die Deutschen hatten die G 20 am Wochenende noch eine besondere Empfehlung parat: Wegen unserer hohen Leistungsbilanzüberschüsse sollen wir die heimische Nachfrage stärken. Also Löhne hoch – aber wer setzt das durch? Oder die Transferleistungen erhöhen – wer bezahlt das denn? Vielleicht doch am besten öffentliche Investitionen forcieren – und dafür mehr Kredite aufnehmen?

Ach ja, möchte man mit Merkel seufzen, es gibt keinen Königsweg aus der Misere, keinen Paukenschlag und keinen großen Wurf. Unsere Kanzlerin trippelt sich vorsichtig durch ein Minenfeld. Ziemlich langsam, aber auch halbwegs sicher. Bedachtsamkeit ist der Kern ihrer Strategie. Bloß nichts überstürzen, bloß nicht zu schnell Forderungen nachgeben, bloß nicht zu stark festlegen – schlimmstenfalls auf eine falsche Position. Wie es scheint, liegt das Land in dieser Zeit in ruhigen Händen. Das hat durchaus etwas Beruhigendes. Aber reicht das für Europa?

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