Gabriel und Lafontaine : Dünne Luft

In dem vielen, das SPD-Chef Sigmar Gabriel dieser Tage von sich gibt, droht eine wirklich herausragende Positionsveränderung dennoch übersehen zu werden. Gabriel ist bereit, mit Oskar Lafontaine, dem Linken-Chef und Vorvorvorvorvorgänger in der SPD-Führung, zu reden. Natürlich, sagt Gabriel. Also, das heißt erst einmal, dass die Isolierung aufgehoben ist. Lafontaine soll demnach wie ein ganz normaler Politiker einer anderen Partei behandelt werden, die sich ebenfalls in der Opposition befindet; nicht mehr wie Luzifer, der gefallene Engel des Lichts, was ihm auch immer so etwas Dämonisches gab, von dem manche fasziniert sind. Das zu beenden durch betonte Normalität und ein Ende der Kontaktsperre ist ein richtiger Plan. Denn dann wird Lafontaines Bedeutung geschrumpft und er viel eher auf der sachlichen Ebene gestellt werden können, zum Beispiel mit der Frage: Wie hältst du’s mit dem Regieren? Auf diese Frage gibt der Linken-Chef, damit nicht unumstritten in seiner Partei, eine betonsozialistisch wirkende Antwort. Das herauszuarbeiten, verspricht Gewinn. Ja, Gabriel traut sich was: es mit Lafontaine aufzunehmen. Das erinnert an den Wahlkampf, als er dessen Inanspruchnahme von Willy Brandt mit seinem Wissen um die SPD-Historie konterte. Da schaute auch der Saarländer. Hinzu kommt: Kannst du deinen Gegner nicht besiegen, umarme ihn. So ähnlich lehrte es Mao. Es wird spannend zu sehen sein, wem zuerst die Luft wegbleibt. cas

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