Gabriels Fall : Der Flug

Die Dienstreise des Umweltministers nach Mallorca ist eigentlich kein Skandal - sondern ein dahinter steckendes Detail, was bislang als völlig normal angesehen wird.

6500 Kilometer, 45 Tonnen Kohlendioxid, 50 000 Euro für einen Ministertransport von Mallorca nach Berlin: Ganz schöner Aufwand für ein bisschen Kabinettssitzung. Aber ist Umweltminister Gabriel dafür schuldig zu sprechen? Sagen wir mal: zur Hälfte. Völlig überraschend war die Sitzung nicht. Davon abgeleitet: Sie wäre besser, also in jeder Hinsicht günstiger planbar gewesen. Doch eigentlich wollte Gabriel gar nicht teilnehmen; die Kanzlerin drängte, ja zwängte ihn. Auch andere Minister fehlten, aber die waren weiter weg, also nur noch teurer einfliegbar. Gabriel, den es wegen seiner relativen Nähe traf, darf sich ärgern, nicht in Neuseeland geurlaubt zu haben, dann gäbe es heute keinen Vorwurf. Auch nicht den absurden, er sei alleine geflogen. Ja, wen hätte er denn mitnehmen sollen? Ein paar Malle-Touris? Nein, der eigentliche Skandal steckt hinter Gabriels Skandälchen: dass nämlich die Flugbereitschaft noch immer in Köln sitzt und für jeden Murksflug extra nach Berlin muss. Im Vergleich zu diesem ökologischen und ökonomischen Irrsinn ist Gabriels Flug ein kleiner Tropfen im steigenden Ozean. lom

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