Meinung : Ganz ruhig bleiben

SCHRÖDER UND DER IRAK-KRIEG

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Der Präsident hat ein Problem: Paul Wolfowitz. Der VizeVerteidigungsminister sagt ein ums andere Mal, was sicher wahr ist, die US-Regierung aber wohl lieber erst in ein paar Jahren bekannt gegeben hätte: Öl war beim Irak der vorrangige Kriegsgrund, Massenvernichtungswaffen waren es nicht, und ob sie jemals gefunden werden, wer weiß das schon. Manche hatten diesen Verdacht von Anfang an. Wahr ist darum auch: Die Welt könnte sich getäuscht fühlen. Amerikas Kritiker könnten nun eine für die Hypermacht peinliche Diskussion anzetteln. Und der Kanzler könnte darauf herumreiten, Recht gehabt zu haben. Er tut es nicht. Nicht nur das, er erklärt die Auseinandersetzung über den Irak-Krieg für beendet und wendet sich gegen einen „Prozess des Verdächtigens“. Ist das nicht erstaunlich, nach allem, was war? Vor allem ist es erstaunlich vorausschauende Außenpolitik. In aller Welt sind Schröders Einwände bekannt, sie zu wiederholen, ist unnötig. Die USA würden sich ja nur sofort wieder angegriffen fühlen. Besser ist es, jetzt ruhig die Tatsachen für sich sprechen zu lassen – auch für den Fall, dass doch noch Massenvernichtungswaffen gefunden werden, ist das geschickter. Der Kanzler hat außerdem schon genug andere Probleme. cas

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