Meinung : Gastkommentar: Kaschmir-Kanzler am Hindukusch

Die grünen Rebellen haben Recht: Gerhard Schröder will Afghanistan zu einer deutschen Kolonie machen, um deren Ressourcen für die imperialistische Berliner Republik auszubeuten (Höhlen, Heroin, Kalaschnikows). Wie soll man einem Kaschmir-Kanzler auch trauen, wenn es um den Hindukusch geht? Auf einigen Karten kann man im Süden des Landes sogar ein Dorf "Brioni" erkennen. Kein Wunder, dass Schröder scharf darauf ist, die KSK loszuschicken.

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Schwerpunkt: Deutschland und der Krieg
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Wer hat gewonnen, wer verloren im Kampf um die Herzen und Köpfe der Deutschen? Ströbele & Co. werden die Helden des Rostocker Parteitags sein. Deshalb fällt es schwer, in ihnen die Verlierer der parlamentarischen Straßenschlachten dieser Woche zu sehen. Schröder und Fischer haben das Ergebnis bekommen, das sie wollten: einen teuren, aber unverzichtbaren Sieg. Die FDP hatte kurzzeitig Herzrasen wie ein Bravo-Girl beim Robbie-Williams-Konzert. Nur die CDU und die Taliban hatten eine schlechte Woche: Beide müssen sich neu gruppieren, nach neuen Führern Ausschau und den Daumen auf ihren Frauen halten.

Die herkömmliche Interpretation der letzten Tage ist, der Kanzler habe wieder einmal sein napoleonisches Genie bewiesen. Die Grünen stehen nurmehr wie ein schwaches Anhängsel seiner Regierung da. Die Sozialdemokraten haben die Wahl und deshalb die Macht. Die Grünen haben keine Wahl und sind schon längst verurteilt, kurzfristig aber noch ganz nützlich.

Der hektische Aktionismus des Kanzlers kann aber nicht über seine unterschwellige Schwäche hinwegtäuschen; er hat sich auf einen gefährlichen Krieg eingelassen - mit den falschen Leuten an seiner Seite. Er wird schlecht beraten. Der eigentliche Zweck dieses Krieges - Loyalität mit Washington zu demonstrieren - wurde durch eine Serie von Pannen widerlegt. Die Verbündeten fühlen sich eher irritiert als unterstützt.

Viele Diplomaten in Berlin verlieren ihre Geduld mit Michael Steiner. Dem außenpolitischen Guru des Kanzlers fehlt der Tiefgang. Da war sein stümperhafter Versuch, Koch-Weser zum IWF-Chef zu machen. Dann das desaströse Libyen-Briefing für Präsident Bush und seine Unfähigkeit, konstruktiv mit Condoleezza Rice zusammenzuarbeiten. Die Amerikaner sind nicht die Einzigen, die sich fragen, ob Steiner die für einen Top-Kanzler-Berater nötigen intellektuellen Qualitäten hat.

An der Spitze dieses Deutschland steht ein ausgebrannter Verteidigungsminister, den weder ranghohe Offiziere ernst nehmen noch die Öffentlichkeit. Und dann gibt es noch die Zweckgemeinschaft des Kanzlers mit seinem Außenminister. Fischer hielt den Krieg für eine Vertrauensfrage. Schröder erst nicht, änderte dann aber seine Meinung. Ist das überzeugende Führung im Krieg?

Die öffentliche Meinung hat sich gegen Militäraktionen gewendet. Keine Überraschung angesichts einer Regierung, die es nicht geschafft hat, die Öffentlichkeit mit Argumenten oder mit kompetentem Management zu überzeugen. Der Kanzler und seine Bewunderer in den Medien sehen in dem Vertrauensvotum einen Triumph. Schon bald wird man es als Anfang einer Kette ärgerlicher Fehler interpretieren.

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