Gauck zu Brüderle : Der Widerhall

Herr im Himmel, schon wieder. Joachim Gauck. Was soll man sagen? So viel: In diesem Fall hätte er es wirklich anders sagen sollen – wenn sein Ziel gewesen wäre, eine Debatte über Sexismus in der Politik oder in Deutschland allgemein zu einem guten Ergebnis zu führen. Das Ergebnis hätte durchaus eine Art Runder Tisch sein können, im Schloss Bellevue als Forum passend angesiedelt, mit einer öffentlichen Verständigung darauf, was geht und was nicht geht. Weitere Erkenntnisse nicht ausgeschlossen, das kann ja das Dialogprinzip erbringen. Dazu allerdings muss einer sowohl mäßigend als auch sachlich herausfordernd wirken. Das ist nicht gelungen. Aber nur so wird es möglich, Wichtiges von Überhitztem zu scheiden. Wichtig ist die Substanz. In diesen Zusammenhang gehört dann, aber am Rande, dass Brüderle inzwischen schon bald ein Synonym für alles Schlechte ist, was frau heute in der Gesellschaft geschehen kann, was sie ertragen muss. Das ist, auf die Causa Brüderle gesehen, natürlich übertrieben und also ungerecht. Dennoch bleibt das Thema wie beschrieben. Und da kommt es dann weniger auf den Hall der Worte an als auf ihren Widerhall bei denen, die betroffen sind. Diese Sensibilität gehört zum Seismografischen im Hinblick auf unsere Gesellschaft, das dem Präsidenten abverlangt wird. Dazu hat er was zu sagen. Immer wieder. cas

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