Gefährliches Gemisch : Positive Bilanz der Umweltzone

Darf man dieser Statistik trauen? Die Berliner Umweltverwaltung hat ihr Prestigeprojekt, die Umweltzone, ausgewertet – und, siehe da, für erfolgreich befunden. Zu Recht, wie bereits der nachprüfbare Teil der Bilanz zeigt.

Von 95 000 im Jahr 2006 registrierten Stinkern mit B-Kennzeichen sind nur noch 25 000 übrig. Mag sein, dass ein paar davon anderswo noch einige Jahre weiterfahren, aber das ist nicht Sache des Berliner Senats. Dessen Aufgabe war und ist, den Berlinern zu besserer Luft zu verhelfen. Der Erfolg scheint zunächst minimal, wenn man die mit der EU-Feinstaubrichtlinie verbundene Zählung der Überschreitungstage zugrunde legt. Aber er ist groß, wenn man den schädlichsten Bestandteil dieses Feinstaubgemischs nimmt – den Dieselruß: Würde man dessen Rückgang in gesparte Arztkosten umrechnen, käme eine Menge zusammen. Deshalb springen FDP und CDU zu kurz, die nun erneut die Umweltzone als rot-rote Bürger- und Wirtschaftsdrangsalierung abtun. Wenn jemand versagt hat, dann die EU-Bürokraten: Während die Kommunen seit 2005 strenge Feinstaublimits erfüllen müssen, dürfen die Autohersteller immer noch Neuwagen ohne Rußfilter verkaufen. Das grenzt an Körperverletzung. obs

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