Meinung : Gefangen

„Vattenfall verlangt neun Prozent mehr

für Strom in Berlin“ von Stefan Jacobs

vom 18. November

Schon bei der Privatisierung der Bewag und dem Verkauf an den schwedischen Stromkonzern war ich skeptisch. Vattenfall brach sein vollmundiges Versprechen, nämlich die Preise nicht zu erhöhen, ziemlich schnell nach der Übernahme.

Gott sei Dank konnte ich mir einen anderen Stromanbieter auf dem Markt aussuchen. Das taten viele Verbraucher. Doch was tut ein Oligopolist? Er kauft die kleinere Konkurrenz. Nuon gehört nun auch den Schweden.

Die Freude vergeht mir in diesen Tagen, wenn ich meine Heizkörper in der Wohnung aufdrehe. Die Wärme liefert Vattenfall. Meine Wohnungsbaugesellschaft, wie all die anderen, sind an das Fernwärmenetz des Unternehmens Vattenfall angeschlossen. Und ich habe diesmal keine Alternative bei der Preiserhöhung, denn der Fernwärmelieferant ist auf diesem Gebiet Monopolist und verlangt, was er will. Ich kann leider nicht auf andere Lieferanten ausweichen. Fernwärme wurde uns als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung schmackhaft gemacht. Ein positives Image. Doch nun schröpft uns dieser Konzern über die Mietnebenkosten. Hat der Berliner Senat beim Ausverkauf der Grundversorgungsbetriebe diesen Punkt übersehen oder die Profitzusagen genauso heimlich in die Verträge geschrieben, wie beim Verkauf der Berliner Wasserbetriebe?

Stromsparen, Anbieterwechsel, Boykott. Wie aber bekomme ich ein warmes Badezimmer, wenn ich die Regler der Heizkörper auf null setze? Mit elektrischen Heizlüftern? Der Stromkonzern in Berlin profitiert in jedem Fall. Diesmal hänge ich wirklich am Fliegenfänger der Firma Vattenfall.

Friedrich Zimmermann, Berlin-Mitte

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