Meinung : Gegenseitig Leid bekunden ist keine Lösung

„Ich entschuldige mich“

vom 30. September

Ich möchte das von mir geschätzte Blatt ausdrücklich dazu beglückwünschen, diesen Artikel gedruckt zu haben. In den heutigen Zeiten gehört in Deutschland schon sehr viel Mut dazu, sich offen in entsprechender Weise mit den real existierenden Missständen bezüglich des Zusammenlebens mit einigen Migrantengruppen auseinanderzusetzen. Das linksintellektuelle Gutmenschentum in Deutschland macht Jagd auf jeden, der nicht bereit ist, seine Augen zu verschließen und in das breite Geheul über angeblichen Antisemitismus und aufkommenden Neofaschismus einzustimmen.

Markus Böttger, Berlin

Ich kann Ihnen genau sagen, warum Menschen mit Migrationshintergrund wie ich, die hier geboren und aufgewachsen sind, sich angegriffen fühlen: Weil nicht nur Sie Ohrfeigen bekommen haben, sondern eine Vielzahl von Menschen mit Migrationshintergrund von blonden, blauäugigen Menschen mit sehr kurzen Haaren verprügelt wurden. Weil ich nach meiner Erfahrung mit den Kurzgeschorenen aus dumpfer Angst heraus beispielsweise Ostdeutschland ungern bereise, was eigentlich bekloppt ist. Weil Sie quasi „No go“-Areas für Blonde um das Kottbusser Tor definieren, was einfach so nicht stimmt.

Weil es meines Wissens keine Menschen mit Migrationshintergrund gibt, die blonde, blauäugige Menschen wegen ihrer Rasse in Deutschland verletzt oder umgebracht haben. Weil Sie das Ressentiment „Man wird doch mal was sagen dürfen“ bedienen und gleichzeitig die Trennlinien von Rassen zeichnen, obwohl Sie eigentlich Nationalitäten meinen. Zu welcher Rasse gehören Ihrer Meinung nach denn die jungen Männer, die „einen türkischen Akzent“ hatten? Weil es mich beschämt, dass sich einige meiner Migrationskumpanen wie die letzten Neandertaler benehmen und ihre Mitmenschen tyrannisieren. Was gleichermaßen auch für die blonden Kurzgeschorenen gilt.

Vielleicht können wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie wir diesen untragbaren Zustand der gegenseitigen Leidbekundung endlich aufbrechen und uns möglichen Lösungen widmen.

Ufuk Ebcinoglu, Berlin-Kreuzberg

Wir waren jahrelang mit Ausländern befreundet, bis diese in ihr Heimatland zurückgingen. Nie hatten wir bei denen den Eindruck, dass sie sich diskriminiert fühlten. Im Gegenteil. Sie waren dankbar, für die Möglichkeiten, welche sie in Deutschland wahrnehmen konnten. Genau wie Sie finden wir die Vorwürfe gegen Herrn Buschkowsky, der ja nun wirklich weiß, wovon er spricht, völlig daneben. Unsere angeblichen „Gutmenschen“ sollten sich endlich mal dort einsetzen, wo’s nottut.

Angelika und Peter Harzmann, Berlin

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