Meinung : Geh aus und handle!

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Die Frühjahrsversammlung der deutschen Bischöfe war eine gänzlich unaufgeregte Tagung im sonst so aufgeregten Berlin: Keine weltbewegenden Einlassungen in die Politik, nur ein bisschen Kritik, keine innerkirchlichen Skandale, keine dramatischen Finanzkrisen. Dennoch geht von dieser Konferenz eine nicht unwichtige Botschaft aus, an die Politik, an die Gesellschaft und an die Kirche selbst. Die Botschaft: Eine Angststarre lähmt dieses Land; seine Politiker agieren aus der Abwehr heraus. Wer so weitermacht, warnen die Bischöfe, laufe Gefahr, die Zukunft zu verspielen. Den Appell, Neues nicht nur abzuwehren, sondern offensiv zu gestalten, richten die katholischen Oberhirten auch an sich selbst. Sie haben den Jugendlichen zugehört, die ihnen sagten: Großereignisse wie der Weltjugendtag sind schön und gut. Wirklich wichtig, um den Weg zum Glauben zu finden, sind aber Menschen, die Verantwortung übernehmen und bereit sind, geistliche Begleiter für die Jugendlichen zu sein. Im politischen Berlin wird jeden Tag aufs Neue unendlich viel geschnattert, getratscht, heiß diskutiert. Menschen, die den ersten Schritt gehen, etwas wagen und anpacken, gibt es wenige. Ein unaufgeregter Appell der Bischöfe, der über den Tag hinaus geht, tut da gut. clk

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