Geheim II: BND : Pfusch am Bau

Geheimdienste haben keinen guten Ruf. Ihr Nutzen ist – geheimhaltungsbedingt – nur schwer zu erkennen, ihr Scheitern hingegen oft nur zu offenkundig. Jetzt also hat jemand dem BND Baupläne für seine hochgeheime neue Zentrale in Berlin geklaut und einem Magazin zugespielt. Geheime und Geheimnisträger schweigen peinlich berührt, die Regierung ist alarmiert und setzt eine Kommission ein. Die hat in der Tat ein paar relativ dringliche Fragen zu klären. Erstens ist nicht so ganz erkennbar, wieso der Diebstahl jetzt erst auffällt, wo er doch schon ein Jahr zurückliegen soll. Zweitens wirft der Vorfall ein Licht auf die Sicherheit an der Baustelle: Jedes Bundesministerium scheint besser abgeschirmt zu sein als der Bundesnachrichtendienst. Drittens muss rasch geprüft werden, was an den entwendeten Plänen wirklich sicherheitsrelevant ist. Und dann muss, viertens, schnell entschieden werden, was noch mal umgeplant und umgebaut werden muss. Für den Pfusch am Bau aufkommen sollte übrigens der BND aus eigener Kasse. Vielleicht lernt der Geheimdienst dadurch wenigstens, auf sich selbst besser aufzupassen. bib

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