Meinung : Gemeinsam stark

FRANKREICH UND DIE USA AUF HAITI

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Man trifft sich im Leben immer zwei mal. Dieser zum Pragmatismus ermahnende Satz gilt nicht nur zwischen Individuen, sondern auch im Miteinander der Staaten. Der Irakkonflikt hatte Frankreich und die USA, die Verbündeten zweier Weltkriege, entzweit. Verteidigungsminister Rumsfeld und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice wurden nicht müde, ihre Verachtung für die Politik Jacques Chiracs zu formulieren. Und nun finden wir Amerikaner und Franzosen friedlichkriegerisch vereint Seite an Seite als Ordnungsmacht in der führungslos gewordenen Inselrepublik Haiti. Georges W. Bush bedankt sich beim französischen Präsidenten für die hervorragende Zusammenarbeit, als hätten beide Politiker seit gemeinsamen Sandkastenzeiten nie einen Streit miteinander gehabt. Wie kommt’s? Zum einen sucht der amerikanische Präsident nach den deprimierenden Erfahrungen im Irak wieder den Schulterschluss mit den traditionellen Partnern. Gerhard Schröder hat es gerade in Washington registriert. Zum anderen erscheint es in Mittelamerika sinnvoll, dass beide Länder bei einer Intervention als Doppelspitze auftreten. Die Anwesenheit der US-Truppen signalisiert der Opposition auf Haiti, dass sie den Vorgang ernst zu nehmen hat. Die Franzosen hingegen haben den Vorzug, dass sie von ihren Haiti benachbarten Überseedepartements, den Inseln Martinique und Guadeloupe, kreolisch sprechende Truppen schicken konnten. Und kreolisch, das verstehen die Haitianer. apz

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