Meinung : General fatal

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Es sind schon Größere darüber gestolpert, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Dreisternegeneral Karlheinz Viereck, Befehlshaber der 2000 Mann starken EU-Truppe im Kongo, wäre also kein Einzelfall. Wäre? Wieso eigentlich wäre? Viereck hat sich ausgerechnet im Moment einer aufziehenden Krise von der Truppe entfernt, urlaubend, nicht unerlaubt, doch dass dies in seinem Fall nur einen graduellen Unterschied macht, sieht der Vorzeige-Militär nicht. Statt in der Kommandozentrale in Potsdam zu sein, war er bei seiner Lebenspartnerin in Schweden – just als sich in Kinshasa verfeindete Milizen die ersten ernsten Gefechte lieferten. Viereck hat ein Laptop und ein Handy – und wer glaubt, damit könne man keinen komplexen Einsatz führen, versteht nichts von moderner Kommunikation. Wer aber glaubt, dann sei es auch egal, ob man dafür in der Einsatzzentrale sitzt oder mit der Freundin im Restaurant: Der versteht nichts von Symbolik. Apropos. Der Verteidigungsminister soll sauer gewesen sein über den Vorfall, heißt es. Aber nur intern. Nach außen wird geschwiegen. Das riecht verdächtig nach Korpsgeist. Oder versteht der Minister ebenfalls nichts von Symbolik? Der Fall Viereck ist längst auch ein Fall Jung. Vbn

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