Meinung : General-Verdacht

MÜNTEFERINGS KLAGE GEGEN „BILD“

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Franz Müntefering kann man nur beneiden. Um seine sonore Stimme, zum Beispiel. Alles was er sagt, klingt immer so gewiss, unbezweifelbar, als käme es direkt aus den Ackerschollen des Sauerlandes. Doch wie jede Gabe hat auch diese ihre Nachteile. Weil er immer so überzeugend klingt, wirkt er auch dann noch von sich überzeugt, wenn er in die Irre geht. Etwa beim Versuch, Stoiber als bösen rechten Wolf in den Wahlkampf einzuführen. Und nun wieder. Der Kanzler greift die „Bild“-Zeitung an. Was in Ordnung geht, denn so ganz zufällig scheint deren Auswahl der Bonusmeilen-Sünder ja nicht zu sein. Dann aber erstattet Müntefering Anzeige und überzieht heillos. Man stelle sich vor, die Staatsanwaltschaft nähme Müntefering so ernst wie er sich selbst und schickte Polizisten ins Springer-Hochhaus, damit die Akten und Computer sicherstellen. Eine tolle Werbung wäre das für die SPD!Natürlich hat der SPD-General damit die ganze Journaille gegen sich aufgebracht. Denn wir wissen selbst, dass unsere Informationen manchmal aus dem Halbdunkel kommen. Wir wissen auch, dass bei den Lufthansa-Daten ein Gesetz gebrochen worden ist, um die Regelverstöße öffentlich zu machen. Über „Bild“ und die Folgen wird in den Redaktionen diskutiert. Nur bitte intern, nicht mit dem Staatsanwalt. Sonst können Medien das Recherchieren einstellen. Das wird auch Müntefering nicht wollen. bul

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