Meinung : Gentechnik-Debatte: Fischer und Vedrine gegen das Klonen

mfk

Endlich mal wieder eine gute deutschfranzösische Initiative. Die Außenminister beider Länder, Fischer und Védrine, kämpfen gegen das Klonen von Menschen. In einem "weltweit gültigen Rechtsinstrument" wollen sie festschreiben, dass Klonen gegen die Menschenwürde verstößt. Auf alle Zeit. Nüchtern betrachtet, ist der Appell der beiden Außenminister in etwa so effektiv wie eine Resolution gegen das Böse in der Welt. Die Vereinten Nationen haben schon vieles geächtet, den Einsatz von Landminen oder die Verbreitung atomarer und chemischer Waffen. Die Bösewichte dieser Welt haben das kalt lächelnd zur Kenntnis genommen. Auch in der Welt der Wissenschaft sind es bisher nur Außenseiter, die ernsthaft das Ziel verfolgen, Menschen zu kopieren.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Solche Forscher werden sich ihre Klon-Euphorie durch ein weltweites Verbot kaum nehmen lassen. Dennoch ist der Vorstoß beachtlich. Fischer und Védrine haben ein Zeichen gesetzt. Sie haben begriffen, dass die von der Gentechnik bedrohte Menschenwürde keine rein nationale Angelegenheit ist - auch wenn die Debatte in Deutschland zum Teil diesen Eindruck erweckt. Offenbar ist das KlonVerbot zur Zeit jedoch der einzige Nenner, auf den man sich ohne große Bedenken einigen kann. Wie aber sieht es mit der Präimplantationsdiagnostik oder der Forschung an embryonalen Stammzellen aus, den Fragen, die zur Zeit am heftigsten diskutiert werden? Auch hier sind gemeinsame Antworten notwendig, wenn schon nicht weltweite, dann wenigstens europaweite.

0 Kommentare

Neuester Kommentar