Meinung : Gentests: Ich bin klein, mein Gen ist rein

kek

Als die britische Regierung den privaten Krankenkassen letzte Woche erlaubte, die Kunden vor Vertragsabschluss zum Gentest zu bitten, waren die deutschen Versicherungen empört. So etwas werde es bei ihnen nicht geben. Das klang nach Moral. Nur wer freiwillig einen Test gemacht habe, müsse ihn bei einem Kassenwechsel vorzeigen. Genau das will Gesundheitsministerin Fischer nun verbieten. Das führe zur Diskriminierung genetisch Benachteiligter. Klingt auch erfrischend moralisch, und trotzdem sind unsere Versicherer empört. Diesmal geht es ja um sie selbst. Haben wir jetzt englische Verhältnisse? Der Gentest wurde entwickelt um Krankheiten früh zu erkennen, war ein therapeutisches Mittel. Jetzt, da die Versicherungen auch an den Vorzügen der Früherkennung teilhaben wollen, verändert der Gentest seine Bedeutung. Er wird zum Entlastungszeugen der Gesunden. Denn wer in Zukunft noch einen Gentest wagt, will billig in eine private Versicherung. Ich bin klein, mein Gen ist rein, bitte lass mich bei dir hinein. Jeder, der auch nur den kleinsten genetischen Verdacht hat, wird den Teufel tun, sich das schwarz auf weiß geben zu lassen. Denn eine gesetzliche Kasse wird die hohen Therapiekosten nicht tragen, und eine private würde ihn ablehnen. Das wären dann doch: englische Verhältnisse.

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