George Bush und der Nahe Osten : Lahme und Blinde

Wenn Palästinenserpräsident Abbas nun US-Präsident Bush trifft, dann sollte er ihm ehrlicherweise sagen, dass ein Nahost-Gipfel unter den gegenwärtigen Bedingungen kontraproduktiv ist.

Charles A. Landsmann

George W. Bush hatte eine Vision: Frieden im Nahen Osten dank der Zwei-Staaten-Lösung, ein zu gründender Staat Palästina in friedlicher Koexistenz mit Israel. Nun will der glücklose US-Präsident beginnen, seine Vision in die Realität umzusetzen. Anstelle der von ihm geplanten internationalen Nahostkonferenz ist dabei nur noch von einem Regionaltreffen die Rede. Mit beschränkten Zielvorstellungen – und unrealistischen, wie Bushs Außenministerin Condoleezza Rice auf ihrer Pendelmission zwischen Jerusalem und Ramallah feststellen konnte. Ihre Gesprächspartner Olmert und Abbas sind viel zu schwach, notwendige Konzessionen zu machen. Nach dem Verlust des Gazastreifens an die Hamas ist Abbas kaum mehr als ein Bürgermeister von Ramallah; Olmert ist unfähig, auch nur einen einzigen illegalen Siedlungsposten zu räumen, wozu er sich mehrfach verpflichtet hatte. Wenn Abbas nun Bush trifft, dann sollte er ihm ehrlicherweise sagen, dass ein Gipfel unter den gegenwärtigen Bedingungen kontraproduktiv ist. Keine Fortschritte bedeuten Rückschritte – das kann sich der Nahe Osten nicht erlauben.

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